Water and colour are melting.

Merging paths on the way.

Could be exciting. I dab and spray paint on the linen. Take water and let the coulors run into each other. The coulor flows meet, communicate, dance together.

Forming new ones.

My work lays inbetween random and control. I‘m developing my own working process, in which forms are created by switching off my control in a determined process. These forms are composed into structures of my works. They will be deliberately strengthened, emphasized, destroyed and collage-like rearranged. I‘m inspired by the billboard tearings and street decollages of Plovdiv, which tell a lot about time and formation.

Exploration of formats, of images and objects with numerous intermediate forms, breaking of conventions like waving paper and their conscious presentation are part of my work. The corrugation of the paper after the drying process becomes an independent esthetic tool in my way of working. My drawings reinforce the immediate and coincidental as dried courses of the seeping color-water mixture. The unforeseen is a conscious part of my work, through which I always move in a kind of tension between random and precision.

 

Könnte spannend werden.

Ich tupfe und spritze Farbe auf das Leinen.

Nehme Wasser und lasse die Farben ineinander verlaufen.
Die Farbflüsse treffen sich, kommunizieren,

tanzen miteinander.

Bilden neue Farbflüsse.

Wasser und Farbe lösen sich auf.

Fließen.

Sie verschmelzen und bahnen sich Wege auf dem Stoff.

Dichte Rinnsale, die wie Flüsse über die Leinwand strömen.

Ich spritze und leere Wasser auf die Leinwand.

Verbinde Wasser mit Farbe.

Löse dicke, eingetrocknete Farbklumpen auf.

Verreibe sie fest auf der Leinwand.

Arbeite sie gründlich ein. Schrubbe.

Reibe.

Die flüssige Farbe fließt durch das Leinen.

Nicht überall. Klebt am Papier.

Ich freue mich.

Manche Stellen lösen sich nicht auf.

Bilden dichte Pigmentstellen.

Zähe Klumpen, die auf dem Stoff haften bleiben.

Verdichtet.

Das Leinen ist nass.

Alles fließt.

 

Meine Arbeiten befinden sich im Spannungsfeld von Zufall und Steuerung.

Auf großen Leinenbahnen entstehen gemalte Farbflüsse, welche durch eine eigens entwickelte Arbeitsweise Farbspuren auf den Bildern erzeugen. Durch bewusstes Ausschalten der Kontrolle entstehen Formen, die zu Bildgefügen komponiert werden. Einerseits sind meine Arbeiten geprägt von Prägnanz und Klarheit, welche andererseits durch Überlagerung, Schichtung und Wegnahme zu neuen Bildgefügen geformt werden. Entstandenes wird verstärkt und hervorgehoben, zerstört und collagenhaft neu zusammengefügt, sowie bis zum schichtweisen Abreißen decollagiert und entfremdet. Mich beschäftigen essentielle Aspekte des Künstlerinnendaseins, das Scheitern und Unvorhersehbare, das bewusste Verstärken des nicht Beabsichtigten im Arbeitsprozess und die schichtweise Reintegration von verworfenen Bildkonzeptionen, im Gegenzug eines fortwährenden „Produzierens“ und „Verwerfens“ und der „Perfektion“.

Ich habe keine Angst vor dem vermeintlichen Scheitern, der Perfektion, dem Verfall, vor Weiterentwicklung, Weiterbearbeitung.

Ich wähle Farben, die nicht zusammenpassen, Farben die gerade da sind.

Übermale, bis es nicht mehr geht. Verschwommene Grenzen von flach zu objekthaft, gewelltes Papier, Leinwand als Objekt, Begrenzung von Werk und Raum, Außenwelt, Umgebung sind bewusster Teil meiner Arbeit.

Leonardo da Vinci schrieb um 1500 in seinem »Traktat von der Malerei«:

... Achte diese Meinung nicht gering, in der ich dir rate, es möge dir nicht lästig erscheinen, manchmal stehen zu bleiben und auf die Mauerflecken hinzusehen oder in die Asche im Feuer, in die Wolken, oder in den Schlamm und auf andere solche Stellen; du wirst, wenn du sie recht betrachtest, sehr wunderbare Erfindungen zu ihnen entdecken. Denn des Malers Geist wird zu solchen neuen Erfindungen durch sie angeregt …

 

Reste und Verschwundenes als Zeugen von Dagewesenem und dem Sichtbarmachen eines Prozesses sind bewusster Teil meiner Arbeit. Ich gebe meinen Arbeiten Zeit, sich entwickeln zu dürfen. Sie entstehen teils über einen längeren Zeitraum, der auch über Jahre gehen kann. Sie beinhalten ganz unterschiedliche Momente, können teils spontan, aber auch exakt bearbeitet, wieder zerstört und neu angeordnet werden. Sie dürfen stets im Wandel sein.

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