LIQUITOPIA - from the Deep to the Surface
- Daniela Prokopetz
- 15. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Ausstellung im Süßwasser, Theobaldgasse 16, 1060 Wien
12.12. - 17.12.2025
„Liquitopia [ˌlɪkwɪˈtoʊpiə] – Desiderat, wallender Sehnsuchtsort, fluide Zwischenwelt;“
In der Ausstellung Liquitopia – From the Deep tot he Surface steht das Element Wasser als Einfallstor für Fluidität und Veränderung.
Wasser hat die bemerkenswerte Fähigkeit, sich ständig zu wandeln – es fließt, verdampft und formt sich neu. Die fünf Künstlerinnen Ana Bulajic, Karin Czermak, Daniela Prokopetz, Gerda Katharina Prantl und Kathrin Wenzl verbindet die Vorstellung, dass unter der opaken Oberfläche etwas existiert, das tiefer liegt – etwas, das verborgen scheint – jedoch nach Anerkennung und Ausdruck verlangt.
In der Ausstellung LIQUITOPIA steht das Element Wasser als Symbol für Fluidität und Veränderung im Mittelpunkt. Wasser hat die bemerkenswerte Fähigkeit, sich ständig zu wandeln – es fließt, verdampft und formt sich neu.
Diese Dynamik spiegelt sich nicht nur in der Natur wider; auch das menschliche Leben ist
von ständigen Veränderungen und individuellen Transformationsprozessen geprägt.
Die fünf Künstlerinnen Ana Bulajic, Karin Czermak, Daniela Prokopetz, Gerda
Katharina Prantl und Kathrin Wenzl begreifen LIQUITOPIA als metaphorischen
Raum. Sie verbindet die Vorstellung, dass unter der sichtbaren Oberfläche etwas
existiert, das tiefer liegt – etwas, das noch verborgen ist –, jedoch nach
Anerkennung, Reflexion und Ausdruck verlangt.
Ana Bulajic arbeitet mit Metall, einem Material, das auf den ersten Blick das
Gegenteil von „Liquidation“ verkörpert: fest, stabil und widerständig. In ihren
Skulpturen beginnt das Metall jedoch zu fließen. Bulajics Skulpturen wirken wie im
Moment eingefrorene Bewegungen; wir sehen Figuren, die sich strecken, und
Formen, die sich ausdehnen. Diese Werke erkunden das Spannungsfeld zwischen
dem Statischen und dem Fluiden und repräsentieren Transformationsprozesse, die
scheinbar im Augenblick der Veränderung festgehalten wurden.
Karin Czermak erschafft expressive und poetische Werke, in denen die Natur als
innerer Resonanzraum erscheint. Ergänzend zur Malerei nutzt sie die Cyanotypie,
eine spezielle druckgrafische Technik, in der Sonnenlicht und lichtempfindliches
Papier interagieren. Die dadurch erzeugten tiefblauen Untergründe erinnern an
fließendes Wasser und symbolisieren emotionale und geistige Tiefe. Durch die
Einbindung organischer Materialien in ihre Drucke verstärkt Karin Czermak den
Bezug zum Wasser und schafft eine Verbindung zwischen der natürlichen Welt und
den inneren Landschaften.
Daniela Prokopetz arbeitet in ihren Werken mit schichtartigen, texturierten
Kompositionen, die von Lebendigkeit und Veränderung erzählen. Sie lässt Farben
verwischen, versickern und wieder auftauchen, wodurch vielschichtige Bedeutungen
entstehen. Ähnlich den Gezeiten des Wassers reflektieren ihre Bilder den stetigen
Fluss von Vergänglichkeit und Erneuerung und den Kreislauf des Lebens. Daniela
Prokopetz' Werke sind eindringliche Metaphern für das ständige Werden und
Vergehen in der Natur und im menschlichen Leben.
Gerda Katharina Prantl experimentiert mit Formen, die zwischen Lesbarkeit und
Unlesbarkeit oszillieren. Ihre Arbeiten erscheinen zunächst ornamental, geprägt von einer
Fülle an Mustern und Linien. Bei näherer Betrachtung verwandeln sie sich
jedoch in körpernahe Wesen und durchscheinende Kreaturen, die den Eindruck
vermitteln, sie könnten aus einem traumhaften Zustand stammen. In diesem Kontext
steht Wasser für einen Raum, der das noch nicht Definierte symbolisiert – einen Ort,
an dem die Grenzen zwischen dem Inneren und dem Äußeren verschwimmen.
Prantls Werke verkörpern das Konzept des Fluiden und thematisieren den Übergang
vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Bekannten zum Unbekannten.
Kathrin Wenzl hat bisher vorwiegend mit klaren Linien und Formen gearbeitet. In
ihren aktuellen Werken haben jedoch fluidere Elemente Einzug gehalten.
Schwebende, fließende Formen stehen nun im Mittelpunkt und verkörpern Konzepte
wie Freiheit, Leichtigkeit und das Loslassen. In diesem Spiel von Klarheit und
Fluidität liegt die eigentliche Faszination der Bilder. Die Figuren vermitteln den
Eindruck, dass sie am Beginn von etwas Neuem stehen; der Prozess „From the
Deep to the Surface“ hat begonnen.
In einer Welt, die zunehmend von Abgrenzung, Kontrolle und Machtdemonstration
geprägt ist, präsentiert LIQUITOPIA eine alternative Vision, in der der Fluss der
Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als Quelle der Inspiration
wahrgenommen wird.
In the exhibition Liquitopia – From the Deep to the Surface at SŨSSWASSER, the element water is presented as an entry point for fluidity and change. Water hast he remarkable abiltity to constantly transform – it flows, evaportates and reshapes itself. The five artists share the idea that beneath te opaque surface, there is something that lies deeper – something that seems hidden – yet demands recognition and expression.
Text: Gerda Prantl und Kathrin Wenzl


















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